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Variantenschau
Welche verschiedenen Modelle der Markise gibt es und was sollte man als Interessent wissen?
Wie bereits in den vorstehenden Kapiteln angedeutet, gibt es sehr unterschiedliche Varianten von Markisen. In der Regel werden drei Hauptmodelle voneinander abgegrenzt. Bei einer Variante wird Stoffbespannung auf einer dafür vorgesehenen Tuchwelle aufgerollt, bei dem zweiten Modell wird das Tuch gefaltet und bei der dritten Möglichkeit handelt es sich um eine Markise, die feststehend ist. Im Folgenden werden einige der verschiedenen Markisenarten näher erläutert.
Gelenkarmmarkise
Die wohl bekannteste Markisenart stellt die allseits bekannte Gelenkarmmarkise dar. Diese besitzt ebenfalls eine Tuchwelle, von der der Markisenstoff mit Hilfe von, in der Regel, zwei Metallarmen ausgerollt wird. Der Stoff spannt sich dann waagerecht über dem Boden, allerdings meistens mit einer geringen Neigung, die vollkommen normal ist. Das Grundgestell der Gelenkarmmarkise wird in aller Regel aus Aluminium gefertigt, wobei die Gelenkarme mit Hilfe von Federn aus Stahl unter Druck gesetzt werden. Der Markisenstoff wird durch die erzeugte Spannung nach Außen ausgerollt und durch die Arme straff gehalten.
Das Einziehen der Markise erfordert mehr Kraftanstrengung, da der entstandenen Spannung nun entgegen gewirkt werden muss. Die Markise kann eine enorme Spannbreite von bis zu sieben Metern haben, wobei allerdings der Ausfall durch die Bauart und die Gelenkarme begrenzt ist, wobei fünf Meter der die maximale Ausfallgrenze darstellt. Bei Bedarf können aber auch mehrere Markisen miteinander verbunden und nebeneinander angebracht werden. Mit Hilfe von stabilen Konsolen wird die Gelenkarmmarkise an der Hauswand befestigt. Ist die Markise regen- und windfest konstruiert, muss sie auch bei unbequemeren Witterungsverhältnissen nicht eingezogen werden. Anderenfalls ist dies notwendig, da ansonsten die Gelenkarme und die Hebelwirkung beschädigt werden kann. Darüber hinaus könnten auch Schäden am Mauerwerk entstehen. Bei einer Markise, die extra auf den Regenschutz ausgelegt ist, darf die Neigung nicht zu stark ausgelegt sein, da sich ansonsten schweres Regenwasser im Tuch sammeln könnte. Dieses Wasser könnte mit seinem zusätzlichen Gewicht ebenfalls die Hauswand und die Hebelkonstruktion der Markise schädigen. So haben spezielle "Regenmarkisen" eine Neigung unter 15 Grad, die für den Ablauf des Regenwassers sorgt.
Die Gelenkarmmarkise kann an der Wand des Hauses oder auch an einem höher liegendem Balkon angebracht werden. Wichtig hierbei ist jedoch, dass das Mauerwerk oder die Decke stabil und nicht baufällig ist, da hierauf durch die Hebelwirkung großer Druck entsteht, der "getragen" werden muss. Dies bedeutet, dass sich die Kraft der Hebelwirkung direkt von der Markisenkonstruktion auf die Wand überträgt.
Diese Art der Markise findet vor allem in privaten Haushalten Anwendung als Schutzvorrichtung. Doch auch in Gewerblicher Hinsicht, insbesondere im gastronomischen Bereich, findet die Gelenkmarkise großen Anklang.
Darüber hinaus werden noch zwei Varianten der Gelenkarmmarkise voneinander unterschieden. Die Offene Gelenkmarkise besitzt eine Tuchwelle, die zu sehen ist, wohingegen die geschlossene Markise mit Gelenkarmen die Tuchwelle in einer Kassette oder einem dafür vorgesehenen Kasten versteckt wird. Diese Kassette dient auch dem Schutz des Markisentuches und der Gelenkarme vor diversen Witterungsbedingungen. In dem Kasten verschleißt das Tuch nicht so schnell und hat somit eine längere Lebensdauer.
Eine Kombination aus der offenen und geschlossenen Markisenkonstruktion bietet die Hülsenmarkise oder auch eine Markise mit Tuchkassette. Hierbei schützt eine Hülse aus dem Leichtmetall Aluminium nur den Markisenstoff, wobei die Metallarme nicht von der Hülse umschlossen werden und frei darunter liegen.
Das Ein- und Ausrollen der Gelenkmarkise kann über die herkömmliche manuelle Methode mittels einer Kurbel erfolgen oder über elektrischen Antrieb. Hierfür kann ein Getriebe, welches die Kurbelstange und damit die Gelenkarme bewegt verwendet werden oder ein Motor, der mit der Konstruktion verankert ist, verwendet werden.
Eine Markise mit Fallarm wird in erster Linie als Sicht- oder Sonnenschutz vor den Fenstern des Hauses oder der Wohnung verwendet. Es handelt sich hierbei um eine einfache Form der Rollmarkise, die meistens mit lichtdurchlässigem Stoff bespannt sind und somit nicht die Funktion einer Jalousie erfüllen kann. Die Fallarmmarkise hat eine so genannte Tuchwelle, die mit Hilfe von zwei Fallarmen zum Ausrollen gebracht werden kann. Die notwendige Zugkraft entsteht in diesem Falle durch Federn an den Metallarmen, die einen Schwenkradius von bis zu 140 Grad aufweisen können. Dieser Radius ist allerdings von der Höhe der Anbringung über dem jeweiligen Fenster abhängig. Ein noch größerer Radius ist nicht ratsam, da dann die Zugkraft nicht mehr zum Ausfall der Markise ausreichen würde und überdies der Markisenstoff kaputt gehen könnte, da die Belastung einfach zu hoch wäre. Für die Konstruktion der Fallarmmarkise gibt es elektrische Ausrollmechanismen oder den Handbetrieb mit einer dafür vorgesehenen Kurbel.
Fallmarkisen
Die Variante der so bezeichneten Fallmarkise hat einen ähnlichen Aufbau wie die Markisenvorrichtung mit Fallarm. Der entscheidende Unterschied ist jedoch, dass das Markisentuch an Führungsstangen oder auch Seilen geleitet wird und senkrecht zum Boden hinläuft. Hierfür wird ein Gewicht benötigt, welches am Ende des Markisenstoffs befestigt ist und den Stoff gerade herunterzieht.
Eine so genannte Markisolette ist hingegen eine gelungene Variante aus dem Fallarm- und Senkrechtmodell. Es handelt sich hierbei um eine Konstruktion, die so gebaut ist, dass der Markisenstoff zunächst gerade zum Boden fährt und anschließend über Metallarme ausgestellt wird.
Korbmarkisen
Die Markise in Korbform wird aus einem meist aus Aluminium gefertigtem Gestell hergestellt, welches nicht veränderbar oder in manchen Fällen auch klappbar ist. Das Gestell ist überdies mit einem speziellen Stoff überspannt. Korbmarkisen haben oftmals eine eckige bis halbrunde Form und werden, wie bereits erwähnt, sehr oft von Cafés oder Restaurants genutzt. Hier dienen sie auch als Regenschutz und können hohen Belastungen durch starken Wind gut standhalten. Vereinzelt ist dieser Markisentyp aber auch an Privathäusern zu finden und zwar als Überdachung für den Hauseingang.
Eine weitere spezielle Markisenform stellt die so genannte Wintergartenmarkise dar. Diese Markise wird ganz speziell als Sonnenschutz für Wintergärten angeboten und kann mit Hilfe von verschiedenen Seilkonstruktionen oder ähnlichen Antrieben in Gang gesetzt werden. Durch die stabile Führung des Markisenstoffes kann eine Gefahr für die Glasfläche des Wintergartens ausgeschlossen werden.
Das Sonnenschutzsegel stellt eine ebenfalls Variante der Markise dar. Es handelt sich hierbei um ein festes Tuch, das meistens aus stabilen Stoffen wie beispielsweise Acryl gefertigt wird. Ein Sonnensegel kann, wie eine "normale Markise", als Überdachung von Gärten, Balkonen oder Terrassen verwendet werden. Überdies ist auch eine Nutzung als praktischer Sichtschutz möglich.
Sonnensegel
Das Sonnensegel befestigt man mit Hilfe einiger Haken an den dafür vorgesehene Befestigungspunkten. Dies kann eine Hauswand sein, eine Befestigung im Boden oder auch spezielle Stangen, die das Segel hochhalten. Die Spannung auf das Segeltuch erfolgt bei den meisten Segeln dieser Art über Seilzüge oder auch über so genannte Spannschlösser, durch die auch das Abnehmen des Tuches erleichtert wird. Auf der anderen Seite gibt es überdies Konstruktionen die mit Hilfe von elektrischen Aufrollsystemen ausgestattet sind.
Das Sonnensegel kann man in verschiedensten Farbgebungen und Formen erhalten. Darüber hinaus lassen sich auch mehrere Segel miteinander verbinden, wodurch eine kunstvolle und kreative Sonnenbeschattung arrangiert werden kann.
Sonnensegel wurden in und für zwei ganz unterschiedlichen Branchen entwickelt und gefertigt. Das Sonnensegel entwickelte sich erst später im Bereich der Schifffahrt. Zunächst stellte man hier spezielle Segel für die Verwendung auf Schiffen her, die aus speziellen Segelstoffen für Boote gefertigt wurden. Später begann man mit der Herstellung der Segel aus Stoffen mit integriertem UV- Schutz, die zum Aufspannen oder Aufrollen konzipiert wurden.
Sonnensegel, die aus beschichteten Stoffen hergestellt werden, stammen ursprünglich aus der Textilbranche. Diese Konstruktionen werden mit Hilfe einer Konstruktion aus Drahtseilen gespannt.
Doch auch Betriebe, die herkömmliche Markisen herstellen und verkaufen, haben in der Regel auch Sonnensegel in ihrem Sortiment. Hergestellt werden die Sonnensegel inzwischen aus Tüchern, die in erster Linie aus widerstandsfähigem Acryl bestehen.
Seilspannmarkisen
Ebenso wie das Sonnensegel ist auch die Seilspannmarkise eine Art des Segels. Dieses "Segel" wird mit Hilfe von Laufhaken gespannt, wobei das Tuch an dafür vorgesehenen Seilen aus Edelstahl aufgehängt wird. Bei dieser Konstruktion kann der Stoff auch zur Seite hin verschoben werden, wobei eine vorgesehene Schieflage des Segels auch als Schutz vor Regen dienen kann. Eine andere Möglichkeit ist es, das Segel ganz gerade zum Boden hin aufzuhängen. Bei dieser Variante der Markise gibt es folglich sehr viele unterschiedliche Möglichkeiten der Verwendung. Darüber hinaus hat die Seilspannmarkise den Vorteil, dass sie besonders schnell auf- und abzubauen ist. Hierfür muss man nur die Haken ausdrehen und das Markisentuch aus den Halteseilen nehmen.
Die Verwendung der Seilspannmarkise kann ebenso variiert werden wie ihr Aufbau. So kann diese Art des Segels als Beschattung im mit Glas überdachtem Wintergarten, als Sichtschutz vor Fenstern oder an jeder beliebigen Stelle angebracht werden. Zu Beachten ist hierbei nur, dass die Konstruktion starkem Wind nicht standhalten kann und eben in erster Linie dem Schutz gegen starke Sonneneinstrahlung dienen soll.
Die Idee, die hinter dieser mit seilen gespannten Markise steckt ist bereits sehr alt. In den 1990er Jahren wurde dieser Sonnenschutz jedoch neu erfunden, indem man spezielle Laufhaken für den Spannungsaufbau mit dem Segeltuch kombinierte. Mit Hilfe dieser gut durchdachten Konstruktion konnte sich dieses Markisenmodell neuer Beliebtheit erfreuen und das nicht zuletzt, weil es sich um eine recht preiswerte Art des Sonnenschutzes handelt.
Der Tuchstoff der Markise besteht hier aus Polyester, da dieses Material sich gut falten lässt und darüber hinaus den gefährlichen UV- Strahlen nicht durchlässt.
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