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Die geschichtliche Entwicklung der Markise

 
     

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Ursprung
Die geschichtliche Entwicklung der Markise

Überlieferungen zufolge gab es schon in der Zeit der Antike spezielle Anlagen, die dem Schutz gegen die Sonne dienten und den uns heute bekannten Markisen fast gänzlich glichen. Wer tatsächlich als der eigentliche Erfinder der Markise genannt kann, ist unschlüssig und nicht mehr direkt nachzuvollziehen.

Im engen Zusammenhang mit der geschichtlichen Entwicklung der Markise dürfte jedoch das Handwerk des Jalousinen- und Rolladenbauers stehen. Diese Art des Handwerks entwickelte sich bereits sehr viel eher als nur bis zu dem Zeitpunkt, an dem sich der Beruf schließlich als Vollhandwerk etablieren konnte. Der Handwerksberuf des Jalousinen- und Rolladenbauers wurde nämlich erst im 20. Jahrhundert, im Jahre 1936, anerkannt. Diverse Aufzeichnungen aus früheren Zeiten belegen jedoch, dass sich der Berufsstand schon viel eher in der Entwicklung befand. So gibt es alte Unterlagen, die der Zeit Mitte des 18. Jahrhunderts zuzuordnen sind und die in konkreten Ansätzen auf den Jalousinen- und Markisenbau hindeuten. So war die Markise in der Mitte des 18. Jahrhundert ein sehr beliebter Sonnenschutz vor den Fenster herrschaftlicher Häuser. Sie sah nicht nur gut und dekorativ aus, sondern erfüllte auch einen schützenden Zweck vor Sonnenstrahlen und auch den neugierigen Blicken von Draußen. Die Markise entwickelte sich somit zu einem Produkt höchster Beliebtheit, insbesondere in den damaligen besseren sozialen Schichten der Gesellschaft, die sich solche Vorrichtungen auch leisten konnten.
Im Jahre 1854 wurde in der Hafen- und Hansestadt Hamburg bereits die erste Fabrik zur Herstellung von Jalousien eröffnet. Es begann die industrielle Fertigung der Sonnenschutzvorrichtungen, so dass sich auch weniger finanziell gut gestellte Haushalte solche Fensterverdunklungen leisten konnten. In der Hamburger Fabrik wurden in erster Linie so genannte Zugjalousien gefertigt, die als Sonnenschutz mit den heutigen Markisen "verwandt" waren und auch vor neugierigen Blicken in das Innere eines Hauses schützen sollten. Diese Jalousien wurden zur damaligen Zeit noch aus Holz, Tragebändern und Schnüren hergestellt. Heutige Markisen unterscheiden sich folglich auf der einen Seite durch das verwendete Material und auf der anderen Seite durch die Formgestaltung von den damaligen Jalousinen.
Mit der steigenden Entwicklung im Bereich der Kunststoffe zum Ende der 50er und zum Anfang der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts veränderte sich auch die Art der Jalousinen- und Rolladentechniken. An Stelle des Holzes trat nun der Kunststoff und revolutionierte das Handwerk des Rolladenbauers. Das pflegeleichte Material, die leichte Bearbeitungsweise und der sensationell günstige Preis ließen die Rouladen aus Holz bis zu Beginn der 70er Jahre fast gänzlich vom Markt verschwinden. Doch nicht nur Kunststoffe kamen nun zum Einsatz. Auch leichte Metalle wie beispielsweise Aluminium wurden für die Herstellung verarbeitet. So entwickelte sich mit den Kunststoffen, Leichtmetallen und innovativen, neuen Ideen auch die Markise immer weiter, die heutzutage sogar als High-Tech- Produkt bezeichnet werden kann. Die Materialien für die Bespannung wurden bis heute ständig überarbeitet, so dass immer neue, technisch durchdachte Varianten und auch Antriebssysteme auf den Markt kamen. Die Produktpalette vergrößerte sich zusehend, so dass der Kunde heute eine Vielzahl unterschiedlicher Markisensorten zu Auswahl hat. Hinzu kamen dann noch die technischen Highlights wie beispielsweise elektrische oder Motorbetriebene Markisensorten, die heutzutage fast schon die herkömmlichen mit der Hand zu betätigenden Modelle abgelöst hat. Auch in der Zukunft wird sich der Markt in dieser Hinsicht ständig wieder neu erfinden und mit kreativen, modernen und technisch hoch entwickelten Systemen begeistern können.
Die Bezeichnung für den Sonnenschutz stammt ursprünglich aus dem Französischen. "Marquise" wird in der Sprache eine edle Dame von Adel betitelt. Will man den Erzählungen Glauben schenken, so wurden stets Tücher als Sonnenschutz im Heerlager der Armee aufgespannt, wenn die Gemahlin des Offiziers oder Heerführers "an der Front" zu Besuch war.
Die Markise, wie wir sie heutzutage kennen, durchlief somit eine lange Entwicklung vom einfachen, ausgestellten Tuch bis hin zu technisch gut durchdachten Produkten.